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Portrait:

The Günter Grasses, wie es zu diesem Namen kam und wer sie sind:


Andreas: Ich glaube, es war ein Montag.

Martin: Wir hatten getrunken...

Andreas: Und es fing langsam an, hinter den Induktionsspulen zu dämmern.

Annette: Das versteht doch kein Mensch.

Andreas: Ist doch egal.

Annette: Ich weiß bis heute nicht, was Induktionsspulen eigentlich sind. Aber ich kann sie von meiner Küche aus sehen und die Sonne geht im Sommer herrlich malerisch dahinter auf. Und Induktionsspulen klingt besser als Lüftungsschächte, was es ja wohl eigentlich sind.

Andreas: Jedenfalls haben wir überlegt, dass wir alle drei für Geld schreiben und wie es wohl aussehen würde, wenn wir es für den Spaß tun würden.

Martin: Und auf dem Tisch stand eine amerikanische Aspirin-Flasche und deren Website heißt: www.wonderdrug.com. Annette bekam dann die Aufgabe, eine Geschichte mit diesem Titel zu schreiben.

Annette: Stimmt. Von da an gab es jede Woche eine Aufgabe und unser kleiner Schreibzirkel war geboren.

Andreas: Und dann kam schon die erste Lesung im Sonntags-Salon.

Martin: Wo wir drei Geschichten zu einem Titel geschrieben haben. Mit dem Titel "Tod in Salon".

Andreas: Die Leute haben uns nicht ausgebuht. Manche sind sogar bis zum Schluss geblieben.

Martin: Einer hat mir hinterher sogar ein Bier ausgegeben.

Annette: Damit stand das Konzept: Drei Autoren, drei Geschichten, eine Überschrift. Nur der Name fehlte noch.

Andreas: Wir saßen wieder mal in Annettes Küche und uns fiel erst mal nichts ein.

Martin: Aber nach und nach sprudelte es: The Sucking Sartres, The Kinky Kafkas, The Beastie Bachmanns.

Annette: Entschieden haben wir uns dann für The Günter Grasses - weil sich das wunderbar dämlich anhört.

Andreas: Außerdem hat der Günter den besten Bart!

Martin: Exakt!

Annette: Als The Günter Grasses lasen wir an verschiedenen Orten: Bei Sonnenuntergang an der Elbe ...

Martin: Da haben wir uns beim Titel der Geschichte richtig gehen lassen: "Fünf vor zwölf unten an der Elbe – das Wasser bis zum Hals – ein Sofa schwimmt vorbei".

Annette: Und in Clubs, Frisörsalons und Hotels.

Martin: ... und im Radio!

Andreas: Na ja, das sind doch nicht die Günter Grasses.

Martin: Stimmt, aber es gibt eine hundertprozentige personelle Überschneidung.

Annette: Jedenfalls hat Martin eine Radiosendung im Freien Sender Kombinat.

Martin: Annette und Andreas gehörten sofort zum festen Redaktionsteam.

Annette: Die Sendung heißt übrigens "wortpong" und läuft an jedem 3. Mittwoch im Monat von 12 bis 14 Uhr.

Andreas: Und weil wir so unendlich konzept-geil sind, hat auch wortpong ein festes Korsett.

Martin: Genau. Jede Sendung beschäftigt sich mit einem Thema und es gibt Musik, Literatur, Hörspiele und Wissenswertes dazu. Zum Beispiel "Mensch – Monster – Maschine" oder "Zuhause – Reisen – Weltall".

Annette: Wir wollten doch hier eigentlich über die Günter Grasses sprechen. Ob wir noch sagen sollten, was wir im wirklichen Leben machen?

Martin: Also, ich bin von Beruf Buchmacher, meine Hobbys sind Spazierengehen und Lesen und als Kind bin ich mal von einem Affen gebissen worden.

Andreas: Echt, ich bin von einem Lama gebissen worden.

Annette: Und ich von einem Esel. Guckt mal, da hab ich noch ne Narbe am Daumen.

Martin: Ich glaube, so kommen wir nicht weiter. Also: Mein Geld verdiene ich als Buchmacher.

Annette: Und DJ und Radio-Gott und was weiß nicht noch alles. Immer bist du so bescheiden. Und gelernter Jurist obendrein.

Martin: Komm, das ist Andreas auch. Sogar mit zweitem Staatsexamen.

Annette: Und jetzt Profi-Kuppler bei einer Partnervermittlung und schreibt fürs Trash-Fernsehen.

Andreas: Hallo? Du ja wohl auch. Außerdem unterweist du hoffnungsvolle Nachwuchs-Talente im kreativen Schreiben.

Annette: Okay, damit ist aber auch alles gesagt. Oder haben wir etwas vergessen?

Martin: Ich glaube nicht. Dann können wir jetzt ja endlich Schlittschuhlaufen gehen!

Annette: Schlittschuhlaufen??

Andreas: Vergiss es!

Martin: Pfff, dann geh' ich eben alleine...

The Günter Grasses

The Günter Grasses

Seit zwei Jahren lesen The Günter Grasses ihre Geschichten dem Hamburger Publikum vor.

Das Bild zeigt die Autoren Annette Riestenpatt, Andreas Udluft , Martin Schaefer.

Kontakt:

© "The Günter Grasses" 2004, Annette Riestenpatt, Andreas Udluft , Martin Schaefer