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Porträt:

Arne Lösekann

peute

Eigentlich ist Arne Lösekann Architekt, bzw. er beendet gerade sein Architekturstudium. Jedoch arbeitet er bereits in diesem Beruf, ebenso als Maler und Objektgestalter. Er hat kein Interesse auf eine einzige Ausdrucksform reduziert zu sein. Als bildender Künstler gilt seine Aufmerksamkeit den Synergien von Ausdrucksformen. Sein Interesse: die Kooperation von Installationen und Performances. Vielfältigkeit als positive Auswahl zur Mitteilung. Seine künstlerische Sprache gewährt dem ausgesuchten Thema immer mehrere Formen. Da kommen animierte Projektionen mit Tanz zusammen, Schnitt-stellen entstehen zwischen herkömmlichem Theater und freien Performances. Seine Kunstobjekte sind Kompositionen. Eines seiner wichtigsten Themen: Bewegung. Der Tanz in Kombination mit weiteren Kunstformen gehört zu seinen Favoriten. Er versteht "die Bewegung des Tänzers als Realeinschub in das produzierte bzw. sich produzierende Kunstwerk."

Ein Stadtnomade unterwegs mit Visionen

springer

Überhaupt bedeutet für Arne Lösekann Leben und Arbeiten Bewegung. Selbst bezeichnet er sich als Stadtnomade. Wege als Leben. Sich zwischen verschiedenen Punkten hin und her zu bewegen. Schauen von einem Punkt und dann von einem anderen. "Hier" und "da" neu definieren, den Spielraum dazwischen nutzen und als Freiheit verstehen. Hier zu Hause sein, genauso wie dort und auf dem Weg von einem zum anderen Platz. Dabei nimmt er immer etwas mit, trägt etwas weiter und kommuniziert. Jedes Mal angereichert von neuen Eindrücken und Blickwinkeln. Die Unterwegs-Gespräche mit anderen Künstler und Genres spielen dabei eine wichtige Rolle. Man kann sie mit Reiseberichten vergleichen. Und sie sind Ursprung für neue Ideen und Projekte.

Kein Gebäude, in das er passt

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Arne kennt keine Grenze zwischen seiner Kunst und seinem Privatleben. Sein Alltag ist geprägt von vielen Terminen und hohen Handyrechnungen. Neben seinem Laptop hat er stets ein kleines Reiseset dabei und übernachtet viel unterwegs. Ob bei Freunden, im Vorbeigehen, im Atelier oder einer Werkstatt, die er gerade für kurze Zeit zur Verfügung gestellt bekommen hat. So kann er sich, obwohl er als Architekt arbeitet, momentan nicht vorstellen sich ein eigenes Haus zu bauen. "Ich passe zur Zeit in kein Gebäude, welches mich sein und arbeiten lässt. Nicht ein Gebäude ist Architektur, sondern die Geschichte zur Beziehung des Objektes." Baumeister sind auch Philosophen. Gefragt nach dem Zusammenwirken von Architektur und Leben sagt Arne: "Mich interessiert, welche kulturellen und soziologischen Möglichkeiten zwischen einem Gebäude und der Strasse liegen." Sowohl Wirkung als auch Nutzen stehen für ihn im Vordergrund. Der Wert eines Platzes, so Lösekann, entsteht durch soziale Komponenten: Kann man den Platz durchwandern, findet dort Austausch zwischen Menschen statt, wieweit kann der Ort aktiv mit Leben gefüllt werden? Das gilt auch für sein Verständnis von Kunst im öffentlichen Raum.

Arne unterwegs

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Wie es sich für einen richtigen Nomaden gehört, ist Arne gern und viel auf Reisen. "Man lernt unterwegs zwar mehr andere Reisende als Einheimische kennen, dennoch ist Reisen ein spezieller Weg für globales Zusammenwachsen und das Verständnis für andere Kulturen", sagt er. Seine Reiseart hat nicht viel mit der eines Touristen zu tun. Er reist bevorzugt mit dem Fahrrad. Sein ganzes Besitztum und er auf zwei Rädern. So bewegte er sich durch Europa und Südamerika. Im Herbst 2005 geht es für einige Monate nach Indien. Arne unterliegt nicht der Illusion einer absoluten Integration in fremden Ländern. Seinem Lebensrhythmus entsprechend gilt auch hier: aufsaugen, aufnehmen, weitergeben. Vielleicht ergibt sich ein Projekt mit Leuten, die er unterwegs trifft. Nach Möglichkeit wird es vor Ort realisiert. Verantwortung spielt dabei für ihn eine wichtige Rolle: "Wir sollten weniger die Verantwortung tragen für das, was die Wirtschaft uns anbietet. Die Menschen sollten nur das erwerben, was sie selbst weiterbringt." Momentan hat er zwar keine konkreten Ziele, aber viele Visionen, und wenn er sich was wünschen dürfte, dann sind das "generell mehr Toleranz und weiter gefasste Perspektiven mit weniger Angst. In der Aufweichung von Grenzen und Beschränkungen liegt viel Potenzial."

Text: Angela Rotermund
Fotos: Arne Lösekann

G E O G L Y P H E -

Spuren als Logo im Sand

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Das Vorbild für Arne Lösekanns Symbol ist eine 2,5 km-lange Sandspur, die er in Nasqua aus dem Flugzeug heraus gesehen hat. Sie stammt aus der Vorinkazeit. Er hat sie aufgenommen, wirken lassen und um zwei Zugvögel ergänzt.

peute

Als Teilnehmer des Blue-Box-Peute-Projektes installierte Arne Lösekann seinen "Springer". Auf 150 qm war seine bisher größte Installation zu sehen. Knapp drei Monate lebte und arbeitete er in der Halle und für den Prozess, diesen Sprung vor Ort entstehen zu lassen und zu inszenieren.

V E R T E X

vertex

V E R T E X – nimmt Mensch und Raum in Besitz Ein Versuch der Menschheitsbeschreibung. Ein Projekt des FB Architektur der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Am 25. Juni 2005 nach Sonnenuntergang: Der künstlerische Selbstversuch inszeniert Wirken und Streben des menschlichen Charakters in einer vielschichtigen Performance aus Raumstrukturen, Schauspiel- und Tanzkunst sowie Projektionen und Musik. Verantwortlich für die Formfindung und Gestaltung: Arne Lösekann.

Vertex: Scheitelpunkt, Spitze eines Organs, Fluchtpunkt eines Sternenstroms.

ASSOZIATIONEN ZUM ORT

Als einer von 23 freien Künstlern zeigt Arne Lösekann seine temporäre Installation. Hierzu verschickt er 200 Dias mit Orts-Assoziationen. Der Besucher bringt sein erhaltenes Lichtbild mit und füllt damit selbst den Parcours der Hafensafari.

Termin bzw. Dauer der Installation: 19. August bis 04. September 2005 im Binnenhafen Hamburg-Harburg www.hafensafari.de