Hamburg ist eine Stadt, in der in Menschen verschiedenster nationaler und kultureller Herkunft leben. Diese Vielfalt birgt ein großes Potential für unsere Kultur- und Informationsgesellschaft. Das Internet kann als Lernwelt genutzt werden hier Chancen zu erkennen. Das Web bietet die Möglichkeit Informationen, schnell, kostengünstig und hochaktuell ortsunabhängig und zeitflexibel beschaffen- und vernetzen, zu können. Das sind gute Vorraussetzungen für eine individuell gestaltbare Wissens- und Qualifikationserweiterung. Leider sind entsprechende Inhalte äußerst selten.
Problematisch auch: Zum kritischen Konsum von Internetinhalten ist bereits ein Wissen notwendig, um das Medium Internet zur Kompetenzerweiterung überhaupt verwenden zu können. Mit dieser sog. Medienkompetenz, sind die Grundkenntnisse gemeint, die einen Nutzer befähigen, Computer, Zugang, Browser und weitere Software bedienen zu können.
Damit sind Grenzen aufgezeigt. Denn nicht alle verfügen über gleiche Möglichkeiten sich dieses Grundwissen anzueignen. Auch Probleme die personenintensiven Trainingsprogramme im Bereich der Vermittlung von Kultur- und Medienkompetenz nur zum Teil durch Internetkommunikation ersetzt und gestützt werden.
Dennoch, die Mediatisierung der Gesellschaft, der Politik und der kulturellen Lebenswelt schreitet voran. Alle Bereiche der Erfahrungen werden heute bereits von medialer Kommunikation durchdrungen. Subkulturen haben sich gebildet, für die das Internet zum Kernelement Alltagserfahrung geworden ist. Sehr interkulturell aber anonym.
Das Netz kann nicht jede Art von Kommunikation gleich gut übernehmen. Soziale Kontakte müssen auch weiterhin persönlich gepflegt werden. Dennoch, eine gesellschaftliche Spaltung deutet sich an: Einen Stand derer, die zu allen übrigen Medien auch das Internet souverän und kompetent handhaben können und einer weiteren Klasse, die zu allen anderen Defiziten auch auf Internetzugang verzichten müssen. Kulturen, die auf Grund ihrer besonderen Schriftzeichen, auf weitere Probleme beim Internetzugang stoßen, erleiden zusätzlich einen kulturellen Verlust an ihrer geschriebenen Sprache.
Diese strukturellen Defizite im Hinblick auf die Teilhabe an der Internetkommunikation könnten in einem gewissen Maße abgebaut werden. Eine der Aufgaben gegenwärtiger kultureller und politischer Bildung sollte darin bestehen dieser digitalen Spaltung entgegenzuwirken.