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Nicht noch mehr Onlinepfusch

Die Informationsgesellschaft ist der Hintergrund vor dem Kulturschaffende neue Ideen entwickeln und diese auch im Internet publizieren. Stolz zählt man sich zum Kreise derer, für die das Medium Internet immer noch neu ist und scheinbar so einfach, so viele Möglichkeiten bietet. Die Möglichkeiten werden in erster Line im schnellen und kostengünstigen Publizieren gesehen.

Die Qualität spielt dabei angeblich eine große Rolle, schließlich soll doch ein hoher Anspruch repräsentiert, Kompetenz und Aktualität suggeriert werden. Einige Betreiber von diesen kulturschaffenden Internetseiten in Hamburg, sind selbst im Medienbereich angesiedelt. Probleme werden im Zusammenhang mit der Erstellung einer Internetseite von diesen Betreibern oft nicht gesehen, man ist ja Medienprofi. Der technische Bereich, also ein sehr wichtiger Teil der Herstellung einer Internetseite, wird zumeist an einen Dienstleister abgegeben, der möglichst umsonst die technische Realisation übernimmt. Tatsächlich ist diese Dienstleistung auch vielfach aus Gründen der Selbstvermarktung oder -verwirklichung von Nachwuchsonlinern kostenlos erhältlich. Greift nun so ein medienkompetenter Betreiber auf solch einen Hersteller zurück, übernimmt er zusätzliche Verantwortung. Neben den Verantwortungen, die den Betreibern von Internetinhalten durch Gesetzgebung zugewiesen sind, steht er alleine für das Gesamtergebnis in Hinblick auf Ansehen, Qualität und Medienkompetenz gerade. Wie bereits erwähnt, genau das traut man sich zu.

Während der Produktionsphase wird nun oft seitens der angehenden Betreiber festgestellt, daß der Arbeitsaufwand doch erheblich höher ist, als zuvor eingeschätzt. Oft wird erkannt, daß weitere Aufwendungen anfallen, die vorher geringer oder gar nicht geplant waren. Am Ende ist es irgendwie geschafft: man ist froh, daß die Seite endlich online ist und man vermeintlich erst einmal nichts mehr damit zu tun hat, außer den Inhalt zu pflegen. Man prostet sich zu und gesteht ein, hier und da noch mal ran zu müssen aber man ist sich einig: das Ziel ist erreicht.

Diese Zufriedenheit ist jedoch nicht immer berechtigt. Jetzt steht der Betreiber alleine den Kritikern gegenüber und die treten in Form von Suchmaschinen, Medien oder Wettbewerbern auf. Wurde bei der Herstellung der gültige HTML- Standard eingehalten, hat eine Internetseite Chancen, als eine "gute Seite" bewertet zu werden. Wird diese grundlegende Anforderung nicht erfüllt, dann kann ein sachkundiger Kritiker diese Seite maximal mit "gut gemeint" beschreiben. Liegt einer Internetseite ein valider HTML- Code zu Grunde, so kann jedes HTML- fähige Endgerät schon mal etwas mit dieser Seite anfangen. Webbrowser stellen dann das Ergebnis dar, das auch tatsächlich erwünscht ist. Auf älteren Endgeräten wie auch auf den besonderen Geräten die z.B. Behinderte benutzen, wird dann eine korrekte Darstellung erzielt. Wird ein fehlerhafter Code publiziert, so bleibt es dem Endgerät und seiner Fehlertoleranz überlassen, ob dieser interpretiert wird oder zum Systemabsturz führt.

Leider erfüllen die wenigsten Internetangebote diese wesentliche Anforderung. Sehr oft kommen zu diesen technischen Mängeln noch weitere elementare Mängel z.B. aus dem Bereich des Medienrechts hinzu. Internetseiten, die diese Mängel aufweisen, bezeichne ich als Onlineschrott.

Strukturelle Merkmale einer hochwertigen Internetseite

  • valider HTML- Code
  • erfüllt rechtliche Anforderungen
  • vollständige Dokumentation
  • einfache Administration
  • benutzerfreundlich
  • barrierefrei
  • Nachhaltigkeit
  • breite Verfügbarkeit
  • Robustheit

Was bedeutet "barrierefrei"?

Wenige Gestalter, Betreiber oder Nutzer von Internetangeboten sind darüber informiert, daß es im Netz auch Barrieren gibt, die Menschen mit Behinderungen die Chance nehmen an der Onlinekommunikation Teil zu haben.


Nun ist es so, daß es zum Teil die selben Barrieren sind, die verhindern, daß wir eine Website auf dem PDA, Handy oder Auto-Bordcomputer betrachten können.


Man kann sich leicht vorstellen, daß neben dem Aspekt "behindertengerecht" auch weitere, wichtige konzeptionelle und wirtschaftliche Aspekte mit "barrierefrei" in Zusammenhang stehen.

Recht und Realität

Mit der Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik (BITV) werden Behörden sowie die Bundesverwaltungen verpflichtet u.a. ihre Internetauftritte und Angebote barrierefrei, das heißt auch für Behinderte zugänglich, zu gestalten.

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